Ehrenamt und Corona – Geht das überhaupt?

5. Dezember: Internationaler Tag des Ehrenamtes

Gemeinsam wandern, wie hier am Steinberger See, ist durchaus möglich.

Ehrenamt und Corona – Geht das überhaupt? Simon Spratter ist in der Eirnichtung verantwortlich für ZeitGeschenke und begleitet 160 ehrenamtlich Mitarbeitende das ganze Jahr über. Seine Antwort: „Die Frage ist nicht leicht zu beantworten. Der erste Impuls sagt uns: ‚Natürlich nicht‘. Wir sollen ja schließlich Kontakte vermeiden.“

Aber nach seiner Meinung lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen. In Deutschland gibt es etwa 30 Millionen Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Das bedeutet, dass ca. 40 Prozent der Bevölkerung ab zehn Jahren ein Ehrenamt ausübt. Dieses Engagement ist enorm wichtig für eine funktionierende Gesellschaft, denn einige Bereiche würde es sonst gar nicht geben. „Man denke nur an Feuerwehren, Rettungsdienste oder Sportvereine“, verdeutlicht Simon Spratter. Die Liste davon ließe sich dabei noch viel länger erweitern.

„Auch Menschen mit Behinderung profitieren maßgeblich von der Arbeit der ehrenamtlich Mitarbeitenden in der Einrichtung“, weiß er. Deren Engagement reicht von der Begleitung bei Freizeitangeboten, Gottesdiensten, hauswirtschaftlichen Angeboten, Einkaufsfahrten bis über Spaziergänge, Mithilfe bei Veranstaltungen und Märkten oder Spenden.

Gerade in diesen schwierigen Zeiten der Corona-Pandemie ist es für die Bewohnerinnen und Bewohner wichtiger denn je, ein offenes Ohr oder einen aufmunternden Spruch zu bekommen. Kurz gesagt, dass jemand neben der hauptamtlichen Mitarbeitenden, die täglich eine hervorragende Arbeit leisten, Zeit für sie aufbringt, und sich gerne mit ihnen auseinandersetzt: „Ihnen ganz einfach ihre Zeit schenkt.“

Spaziergänge sind unter bestimmten Voraussetzungen, konform mit dem Hygieneschutzkonzept, noch möglich. In anderen Bereichen bzw. bei Personen, die zur Risikogruppe gehören, ist natürlich auch Kreativität gefragt. Es können Videoanrufe getätigt werden oder man verschickt Briefe, Postkarten und Fotos. Man kann sich gegenseitig eine Geschichte vorlesen oder man tauscht sich einfach nur aus. „Ich habe auch schon mitbekommen, dass zusammen per Videoanruf gesungen wurde“, freut sich Simon Spratter. Möglich sind nach seinen Worten auch diverse Rätsel oder Spiele, die über whats app laufen können. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Sein Fazit: „Um abschließend auf die Eingangsfrage zurückzukommen – ehrenamtliches Engagement während der Corona-Pandemie ist möglich und dazu enorm wichtig. Man muss sich lediglich den neuen Gegebenheiten anpassen.“

 

 

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