Musikalische spitzen Spatzen

Jubiläum: 50 Jahre Klosterspatzen Reichenbach

Spatzenduett: Domspatzen und Klosterspatzen

„Es freut mich sagen zu können, dass ich unsere Klosterspatzen sozusagen von Beginn an miterleben und begleiten durfte. In den 50 Jahren ihres Bestehens gab es viele schöne, persönliche und musikalische Begegnungen, an die ich mich gerne erinnere. Die Sängergruppe ist zu einem wunderbaren musikalischen Botschafter für unsere Gemeinde geworden“, gratuliert Franz Pestenhofer, 1. Bürgermeister Reichenbachs, in der frischaufgelegten Festbroschüre zum Jubiläum. In der Einrichtung für Menschen mit Behinderung der Barmherzigen Brüder wird das 50-Jährige im Mai gebührend gefeiert.

19 Spatzen sind es aktuell, zwei sogar noch aus der Gründerzeit. 1968 kam Frater Johannes von Avila Neuner vom Regensburger Krankenhaus-Konvent in den Reichenbacher, war jung, musikbegeistert und organisierte eine Sing- und Spielgruppe mit Bewohnern. Noch im selben Jahr war der erste große Auftritt in der barocken Klosterkirche: mit einer altbayerischen Herbergssuche begeistern sie im Advent ihr Publikum. Ab dann gestalten sie zahlreiche Hausgottesdienste mit und werden langsam flügge. Im ganzen Landkreis und der Diözese sind sie unterwegs, dabei immer gern gesehene und gehörte Gäste.

„Ihr singt ja fast so schön wie die Domspatzen, soll damals jemand gesagt haben“, erzählt Uli Doblinger, der seit 1991 den Taktstock schwingt. Und weil die Spatzen schließlich aus einem Kloster kamen, war der passende Name gleich gefunden: Klosterspatzen. In den 50 Jahren sind sie viel rumgekommen. Einer der Höhepunkte in der 50-jährigen Karriere ist und bleibt die Aufnahme der CD zum 30. Geburtstag. Im Shalom-Studio in Passau wurden die Lieder und Instrumentalstücke aufgenommen. Romantische Weihnachtsklänge mit Akkordeon, Keyboard, Percussion und Flöte, dazu die schwungvollen und kräftigen Stimmen der Spatzen.

Doch damit nicht genug. Im Musikspiel erdverbunden himmelsnah, das anlässlich der Seligsprechung von Frater Eustachius Kugler 2009 inszeniert wurde, sind auch sie mit von der Partie. Getextet, komponiert, gespielt und gesungen haben es allein Mitarbeitende und Bewohner/-innen der Einrichtung, die fast ein Jahr gemeinsam an der schauspielerischen und musikalischen Umsetzung der Lebensgeschichte von Frater Eustachius Kugler arbeiteten. Katharina Mezei war für die musikalische Leitung und Uli Doblinger für die Gesamtleitung des inklusiven Projekts verantwortlich. Der Erfolg war bahnbrechend, die Zuschauer durchwegs überschwänglich begeistert.

„Ich bin von Anfang an dabei, weil ich große Lust zu singen hatte. Am besten hat mir das Konzert mit den Regensburger Domspatzen gefallen“, strahlt Erich Hippe, Sänger der ersten Stunde. „Das war natürlich aufregend und absolut spannend für uns alle“, bestätigt der Chorleiter, denn schließlich sei es eines der Topp-Ereignisse 2016 gewesen, als man das 125-jährige Jubiläum Barmherzige Brüder Reichenbach feierte. Und: ein grandioser Erfolg.

Keine Frage, in 50 Jahren hat sich viel verändert – der Schafwolljanker ist einem schicken roten Jackett gewichen, das eine oder andere Haar ist grau geworden, aber eines ist immer gleich geblieben: Die Leidenschaft gemeinsam zu singen.

 

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