Oberstes Ziel bleibt Schutz vor Ansteckung

Eine Gratwanderung zwischen Normalität und Infektion

In der Johann von Gott-Werkstatt wird an einem Konzept für eine schrittweise Wiedereröffnung gefeilt.

In den vergangenen Wochen hat sich das Leben in der Coronakrise deutlich verändert. Vieles ist wieder möglich, was lange nicht erlaubt war. Die Nasen-Mund-Bedeckungen gehören zum täglichen Erscheinungsbild, der nötige Abstand ist einzuhalten. In der Einrichtung bleibt das oberste Ziel, die Ansteckungsgefahr von Bewohner/-innen und Mitarbeitenden möglichst gering zu halten. „Der Wunsch zur Rückkehr in die Normalität und die notwendigen Schutzmaßnahmen, um eine Infektion zu vermeiden, stellen für uns eine schwierige Gratwanderung dar“, verdeutlicht Geschäftsführer Roland Böck.

Nach wie vor gilt ein weitgehendes Betretungsverbot der Einrichtung, allerdings ist der Besuch für Angehörige und Betreuer unter Einhaltung eines erarbeiteten Hygienekonzeptes möglich. Solche existieren auch für Kegelbahn, Snoezelen-Pavillon und Klosterschenke „um für Bewohner wenigstens innerhalb der Einrichtung einige Freizeitangebote bereit zu stellen“. Vor allem weil die breitgefächerten Veranstaltungen des Erwachsenenbildungs-Programm bis 31. August komplett ausgesetzt sind. Das heißt: kein Besuch der Landesgartenschau in Ingolstadt, keine Fahrradtouren, kein Kochkurs – um nur einige zu nennen.

Als man am 18. März die Johann von Gott-Werkstatt und Förderstätten schließen musste, freuten sich zunächst viele auf einen verlängerten Urlaub. Das ist jetzt längst anders, denn die Tagesstruktur, die Begegnungen mit Kollegen und der Arbeitsplatz an sich gehen ihnen immer mehr ab. Derzeit sind nur wenige Menschen in der Johann von Gott-Werkstatt im Rahmen der „Notfallbetreuung“ beschäftigt. Unter stark corona-bedingten Einschränkungen feilt man hier gerade an Konzepten für eine schrittweise Wiedereröffnung. Werkstattleiter Christian Keilmann: „Eine große Herausforderung, zu der es noch viele Sicherheitsvorkehrungen und Details zu klären gibt.“

Zu einer gut funktionierenden Dienstgemeinschaft gehört ganz sicher auch ein lebendiges Miteinander. Umso mehr bedauert der Geschäftsführer, dass jetzt beispielsweise alle Mitarbeiterehrungen, das Treffen der Ehemaligen oder zahlreiche Fortbildungen abgesagt bzw. verschoben werden müssen. Und dennoch lobt er: „Das Engagement der Mitarbeitenden ist vorbildlich, mein persönlicher Eindruck ist sogar der, dass der Zusammenhalt in der Krise gewachsen ist.“

„Leider muss ja auch die Klosterschenke noch für die Öffentlichkeit geschlossen bleiben“, bedauert er. Was aber nichts im Vergleich dazu sei, was man bereits jetzt schweren Herzens beschließen musste: Der diesjährige Weihnachtsmarkt kann leider nicht stattfinden. Und dennoch bleibt nach all diesen Einschränkungen und Veränderungen für die gesamte Dienstgemeinschaft ein ganz großer Lichtblick: „Bislang gab es bei unseren Bewohnerinnen und Bewohnern keine Corona-Infektionen und wir hoffen, dass dies auch noch lange so bleiben wird.“

 

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